Filme: Top oder Flop ? /Medientheorie /

Goldene Zeiten, ein meiner Meinung nach, großartiger Film, trotzdem nur mäßig erfolgreich.

Wie definiert sich die Qualität eines Filmes ? Was macht einen guten Film aus ?

Ich glaube es lässt sich kaum ein Rezept für den perfekten Film machen, dennoch gibt es, wie ich finde, gewisse Muster, an denen man sich orientieren kann. Filme sollten in gewisser Weise innovativ sein: Ein Film, in dem nach Hollywood-Standart-Muster A die CIA infiltriert oder der Präsident bedroht wird, ist mehr als abgedroschen und wertlos, außer er schafft es dieses alte Thema mit Finesse wiederzubeleben. Ein gutes Zusammenspiel von Kameratechnik, Schauspiel, Regie, Schnitt und Drehbuch sorgen ebenfalls für bessere Filme. Ein gewisses Gefühl für Dramaturgie sollte ebenfalls vorhanden sein. Ansonsten bleibt es stets subjektiv, ob man einen Film gut findet oder nicht, so wie es immer in der Kunst ist.

Ich finde es nur interessant, dass viele Filme nur gesehen werden, weil die Promotion dafür gut genug war. 10 000 BC ist meiner Meinung nach, Schrott, dennoch relativ erfolgreich. Wieso schauen sich die Menschen sowas an und nicht z.B. Goldene Zeiten, ein Film der fast ein eigenes Genre verdienen würde ? Vielleicht sollten die Leute versuchen, sich selbst eine Meinung zu bilden, und nicht nur mit dem Strom zu gehen. Ich glaube ein weiteres Problem ist, dass viele Leute in erster Linie nur unterhalten und nicht gefordert werden wollen. Leider entwickelt sich der Film dadurch von einer Kunstform nur noch zu einem Unterhaltungsmedium.

Ich hoffe trotzdem, dass sich die Regisseure nicht nur mehr an der Masse und dem Trend orientieren und noch den Mut haben,ihre Ideen zu verwirklichen !

„Kunst ist die einzige Freiheit, die uns geblieben ist.“ – Gottfried Helnwein, 1460 Antworten auf die Frage: Was ist Kunst? Andreas Mäckler, DuMont Buchverlag, Köln, 2000, ISBN 3-7701-5420-7 (wikiquote)

4 Antworten zu „Filme: Top oder Flop ? /Medientheorie /“


  1. 1 califax März 27, 2008 um 4:35

    Promo und Film… Hör mir auf! Wegen der blöden Promo hat ein Bekannter, mich und meine Süße in „Die sieben Zwerge“ geschleift. Diese „Komödie“ war noch nicht mal eine typisch deutsche Humorsimulation, sie war schlechter! Genaugenommen der schlechteste Film, den ich je gesehen habe. Und das will leider etwas heißen.

  2. 2 pointzero März 27, 2008 um 4:46

    Ja es ist schrecklich. Die meisten wissen nicht einmal, worum es in dem Film ca. geht,bevor sie ihn anschauen. Hauptsache ihr Lieblingsschauspieler ist dabei.

  3. 3 califax März 31, 2008 um 1:24

    Lies mal: http://andrewhammel.typepad.com/german_joys/2008/03/georg-diez-g-en.html
    Zum Thema oberflächliche Entscheidungen und Vorurteile: Ich schau mir fast nichts mehr an, was in Deutschland gedreht wurde. Ich kann schon die Dialoge nicht ausstehen, sicher so auf einer Theaterbühne toll sind. Aber vor der Kamera wirkt dieses Textrezitieren einfach nur peinlich. Und dann diese ewige Angst davor, Spannung zu erzeugen. Das Publikum könnte einen Herzinfarkt bekommen. Über Humor müssen wir gar nicht mehr reden. Es gibt hier scheinbar keine guten Witzeschreiber. Und selbst gute Pointen werden regelmäßig versemmelt. Ernstzunehmende Themen? War da letztens was mit Jugendgewalt und ‘ner Türkengang? Es war ja fast unmöglich, den Film zu zeigen. Dabei ist er so politisch korrekt und flachgeschliffen, daß man aus dem Gähnen gar nicht mehr herauskommt. Das Thema hätte in den Händen fähiger und mutiger Leute für großes Kino gereicht. Aber wenn etwas auch nur in den Verdacht gerät, es könnte erfolgreich werden, wird es ja auch gleich als kommerziell oder amerikanisisert diffamiert. Zwei Vorwürfe, die man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss. Der eine ist der Vorwurf des Schmarotzers an den, der seinen Lebensunterhalt selbst verdient, der andere ist schlicht dumpfe Ausländerfeindlichkeit und Chauvinismus.
    Das dabei zwischendurch mal Sachen wie Das Boot, Das Wunder von Bern oder Die Frau vom Checkpoint Charlie entstehen, ist ja fast ein Wunder. Und es ist wohl kein Zufall, daß es sich dabei immer nur um Filme zur Vergangenheitsbewältigung handelt. Ein Film wie Trainspotting wäre in Deutschland nie entstanden.

  4. 4 pointzero März 31, 2008 um 2:24

    Das Problem ist nicht, das solche Filme nicht gedreht werden, das Problem ist, dass solche Filme kaum beachtet werden. Lammbock oder Bang Boom Bang sind großartige deutsche Filme, die ich äußerst witzig finde, dennoch in die Tiefe gehen und tolle Charaktere zeigen. Die Dialoge sind flüßig und glaubhaft und keineswegs rezitiert. Außerdem ist Vergangenheitsbewältigung wichtig, wobei ich finde, dass es langsam reicht.Ich kritisiere keinesfalls den amerikanischen Film. Ich verehre z.b. die Coen Brüder für No Country for Old Men. Und Trainspotting ist sehr ähnlich zu Lammbock! Das Problem ist, dass der Markt die richtige Kunst zu wenig fördert. In Österreich wird z.b. fast nix gefördert, aber wenigstens gibt es sehr gute Komödien, wie Muttertag, deren Niveau amerikanische Filme, zumindest für den Österreicher, nie erreichen würden. Einen Film als amerikanisiert zu bezeichen ist kein Chauvinismus, sondern das heißt nur, dass der Film Motive und Themen enthält, die in Amerika,bzw. im amerikanischen Film populär sind. Sicher wird dieses Attribut oft unangebracht verwendet. Aber schau dir z.b. Das Leben der Anderen an. Sicher: Vergangenheitsbewältigung, kaum Humor, aber ein großartiger Film, der in die Tiefe geht. Oder aus Österreich Die Fälscher. Ich finde es entstehen durchaus öfters gute Filme. Im Verhältnis zur Größe der Industrie wahrscheinlich mehr als in Amerika. Der deutschen Filmindustire zu unterstellen, sie wäre oberflächlich, ist wohl ziemlich hinfällig. Man könnte dasselbe über jedes andere Land, das Filme produziert sagen. Wenn man sich aus Amerika nur Sabertooth anschaut, wird man auch sagen, der amerikanische Filme sei schlecht.


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